Bauschaden-Atlas Neumarkt in der Oberpfalz
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Neumarkt in der Oberpfalz stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Neumarkt in der Oberpfalz dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Neumarkt in der Oberpfalz im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt | Wiederaufbau der späten 1940er und 1950er Jahre auf mittelalterlichem Grundriss | Die Altstadt gliedert sich weiter in Schlossviertel, Kastenviertel, Johannesviertel und Kreuzviertel. 1945 lagen über 90 Prozent des Bestands in Trümmern. Was heute steht, stammt überwiegend aus dem Wiederaufbau in einfacher traditioneller Bauweise mit Satteldächern, verputzten Massivwänden und Stahlbetondecken. Dazwischen stehen wieder aufgebaute oder erhaltene Einzelbauten wie das Rathaus, das Münster St. Johannes und Reste der Stadtmauer. Unter den Neubauten liegen vielfach ältere Gewölbekeller. | Wärmebrücken und Schimmel an Raumecken und Fensterlaibungen der Wiederaufbaubauten, deren Außenwände ungedämmt ausgeführt wurden |
| Woffenbach | 1950er bis 1980er Jahre, alter Ortskern mit Schlosskapelle | Größter Gemeindeteil am Westrand der Stadt, 1972 eingemeindet, mit dem Woffenbach als Bachlauf zur Schwarzach. Der Ort wuchs nach 1945 von rund 780 auf über 4000 Einwohner, entsprechend prägen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser der Nachkriegsjahrzehnte das Bild. Die Kirche St. Willibald wurde 1966 geweiht, die zur evangelischen Kirche umgenutzte Schlosskapelle erinnert an den alten Adelssitz. | Feuchte Kellerwände bei den Einfamilienhäusern der 1950er bis 1970er Jahre, deren Bitumenabdichtung versprödet und rissig ist |
| Holzheim | Kirchdorf mit Substanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1970er Jahren | Ehemals selbständige Gemeinde im Nordwesten der Stadt, 1972 eingemeindet, rund 1700 Einwohner. Der alte Kirchdorfkern mit landwirtschaftlichen Anwesen, Scheunen und der neugotischen Mariahilf-Kapelle von 1870 ist umgeben von Wohngebieten, die seit den 1970er Jahren entstanden sind. Die Kirche St. Walburga stammt aus den 1970er Jahren. Im Süden begrenzt der Maierbach den Ortsteil. | Aufsteigende Feuchte in den Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen, die ohne Horizontalsperre errichtet wurden |
| Pölling | Pfarrdorf mit Substanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung nach 1960 | Ehemals selbständige Gemeinde westlich der Kernstadt, 1972 eingemeindet. Im Zentrum steht die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Martin. Um sie herum liegen ehemalige Hofstellen und Dorfhäuser aus Jurakalk-Bruchstein mit Kalkputz, daran anschließend Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. | Absandender Kalkstein und Salzausblühungen an Kirche, Friedhofsmauern und den Sockeln der Dorfhäuser |
| Höhenberg | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, einzelne jüngere Wohnhäuser | Ländlich geprägter Gemeindeteil auf der Jurahochfläche östlich der Kernstadt. Landwirtschaftliche Anwesen aus Jurakalk-Bruchstein, Wohnstallhäuser und Scheunen bestimmen das Bild, dazu kommen einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums. Die Lage auf der Hochfläche ist wind- und wetterexponiert. | Frostabplatzungen, ausgewaschene Fugen und Absandungen an den Kalkstein-Bruchsteinmauern der Wirtschaftsgebäude in exponierter Lage |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?
In Altstadt dominiert Die Altstadt gliedert sich weiter in Schlossviertel, Kastenviertel, Johannesviertel und Kreuzviertel. 1945 lagen über 90 Prozent des Bestands in Trümmern. Was heute steht, stammt überwiegend aus dem Wiederaufbau in einfacher traditioneller Bauweise mit Satteldächern, verputzten Massivwänden und Stahlbetondecken. Dazwischen stehen wieder aufgebaute oder erhaltene Einzelbauten wie das Rathaus, das Münster St. Johannes und Reste der Stadtmauer. Unter den Neubauten liegen vielfach ältere Gewölbekeller. aus der Zeit Wiederaufbau der späten 1940er und 1950er Jahre auf mittelalterlichem Grundriss. Der häufigste Schaden ist wärmebrücken und Schimmel an Raumecken und Fensterlaibungen der Wiederaufbaubauten, deren Außenwände ungedämmt ausgeführt wurden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Wärmebrücken und Schimmel an Raumecken und Fensterlaibungen der Wiederaufbaubauten, deren Außenwände ungedämmt ausgeführt wurden
- Ungleichmäßige Setzungen dort, wo nach 1945 auf verfülltem Trümmerschutt und alten Kellerresten gegründet wurde
- Asbesthaltige Bauteile aus der Wiederaufbau- und Nachkriegszeit, etwa Faserzementplatten, Fensterbänke und Bodenbelagskleber
- Feuchte und schlecht belüftete historische Gewölbekeller unter den Neubauten, mit Salzausblühungen und Schimmel an Wänden und Lagergut
Postleitzahl 92318.
Welche Bauschäden sind in Woffenbach typisch?
In Woffenbach dominiert Größter Gemeindeteil am Westrand der Stadt, 1972 eingemeindet, mit dem Woffenbach als Bachlauf zur Schwarzach. Der Ort wuchs nach 1945 von rund 780 auf über 4000 Einwohner, entsprechend prägen Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser der Nachkriegsjahrzehnte das Bild. Die Kirche St. Willibald wurde 1966 geweiht, die zur evangelischen Kirche umgenutzte Schlosskapelle erinnert an den alten Adelssitz. aus der Zeit 1950er bis 1980er Jahre, alter Ortskern mit Schlosskapelle. Der häufigste Schaden ist feuchte Kellerwände bei den Einfamilienhäusern der 1950er bis 1970er Jahre, deren Bitumenabdichtung versprödet und rissig ist. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Feuchte Kellerwände bei den Einfamilienhäusern der 1950er bis 1970er Jahre, deren Bitumenabdichtung versprödet und rissig ist
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und auskragenden Balkonplatten dieser Baujahre
- Algenbewuchs, Risse und Hohlstellen an nachträglich aufgebrachten Wärmedämmverbundsystemen
- Schimmel an Außenwänden und Fensterlaibungen nach dem Fenstertausch ohne begleitendes Lüftungskonzept
Postleitzahl 92318.
Welche Bauschäden sind in Holzheim typisch?
In Holzheim dominiert Ehemals selbständige Gemeinde im Nordwesten der Stadt, 1972 eingemeindet, rund 1700 Einwohner. Der alte Kirchdorfkern mit landwirtschaftlichen Anwesen, Scheunen und der neugotischen Mariahilf-Kapelle von 1870 ist umgeben von Wohngebieten, die seit den 1970er Jahren entstanden sind. Die Kirche St. Walburga stammt aus den 1970er Jahren. Im Süden begrenzt der Maierbach den Ortsteil. aus der Zeit Kirchdorf mit Substanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1970er Jahren. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte in den Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen, die ohne Horizontalsperre errichtet wurden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchte in den Bruchsteinsockeln der alten Hofstellen, die ohne Horizontalsperre errichtet wurden
- Schwellen- und Balkenfäule an den Scheunen und Nebengebäuden der ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen
- Feuchte Keller in den bachnahen Lagen am Maierbach, wo Stau- und Grundwasser an die Kellerwände drücken
- Rest- und Baufeuchte unter schwimmenden Estrichen in den jüngeren Wohnhäusern mit dichter Gebäudehülle
Postleitzahl 92318.
Welche Bauschäden sind in Pölling typisch?
In Pölling dominiert Ehemals selbständige Gemeinde westlich der Kernstadt, 1972 eingemeindet. Im Zentrum steht die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Martin. Um sie herum liegen ehemalige Hofstellen und Dorfhäuser aus Jurakalk-Bruchstein mit Kalkputz, daran anschließend Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Pfarrdorf mit Substanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung nach 1960. Der häufigste Schaden ist absandender Kalkstein und Salzausblühungen an Kirche, Friedhofsmauern und den Sockeln der Dorfhäuser. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Absandender Kalkstein und Salzausblühungen an Kirche, Friedhofsmauern und den Sockeln der Dorfhäuser
- Aufsteigende Feuchte in den Erdgeschossen, weil die Bruchsteinsockel keine Horizontalsperre besitzen
- Holzschädlinge in den Dachstühlen der Scheunen und Stallgebäude, die kaum beheizt und wenig kontrolliert werden
- Setzungsrisse zwischen Altbau und späterem Anbau, weil beide unterschiedlich tief und auf unterschiedlichem Untergrund gegründet sind
Postleitzahl 92318.
Welche Bauschäden sind in Höhenberg typisch?
In Höhenberg dominiert Ländlich geprägter Gemeindeteil auf der Jurahochfläche östlich der Kernstadt. Landwirtschaftliche Anwesen aus Jurakalk-Bruchstein, Wohnstallhäuser und Scheunen bestimmen das Bild, dazu kommen einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums. Die Lage auf der Hochfläche ist wind- und wetterexponiert. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, einzelne jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist frostabplatzungen, ausgewaschene Fugen und Absandungen an den Kalkstein-Bruchsteinmauern der Wirtschaftsgebäude in exponierter Lage. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Frostabplatzungen, ausgewaschene Fugen und Absandungen an den Kalkstein-Bruchsteinmauern der Wirtschaftsgebäude in exponierter Lage
- Durchfeuchtete Wände in den ehemaligen Stallteilen der Wohnstallhäuser, wo Erdanschluss und Tierhaltung Salze eingetragen haben
- Undichte Dachdeckungen und Fäulnis an den Sparrenfüßen der kaum noch genutzten Scheunen
- Wasser in Kellern und Nebengebäuden nach Starkregen, weil das Oberflächenwasser auf der verkarsteten Hochfläche schnell zusammenläuft und in Mulden steht
Postleitzahl 92318.
Was die Bausubstanz von Neumarkt in der Oberpfalz prägt
- Kriegszerstörung und Wiederaufbau prägen die Innenstadt: 1945 lagen über 90 Prozent von Altstadt und Bahnhofsviertel in Trümmern. Der Wiederaufbau erfolgte auf dem historischen Grundriss, aber in einfacher traditioneller Bauweise. Die Substanz stammt daher überwiegend aus den späten 1940er und 1950er Jahren.
- Trümmerschutt und alte Kellergewölbe liegen vielerorts im Untergrund der Altstadt. Setzungen und feuchte Keller sind hier häufige Themen.
- Jurakalk am Westrand der Fränkischen Alb: Bruchsteinmauerwerk und Kalksteinsockel reagieren empfindlich auf Salze und Frost. Auf der verkarsteten Hochfläche läuft Oberflächenwasser bei Starkregen schnell zusammen.
- Nach 1945 wuchs die Stadt vor allem nach Norden und Westen und ist mit Woffenbach und Holzheim zusammengewachsen. Entsprechend groß ist der Bestand an Ein- und Zweifamilienhäusern der 1950er bis 1980er Jahre mit den typischen Schwachstellen dieser Zeit.
- 45 Gemeindeteile bringen viel landwirtschaftliche Bausubstanz mit. Scheunen und Stallgebäude werden zu Wohnraum umgebaut, oft ohne tragfähiges Feuchtekonzept.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.